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Erinnerung gestalten. Merseburg und der erste Weltkrieg

Weltkriegsdenkmal im OT Trebnitz

Es sollte nur ein kurzer Waffengang werden. Spätestens zu Weihnachten werde man wieder zu Hause sein. So glaubten viele Menschen im August 1914 mit Begeisterung in den Krieg ziehende junge Männer. Stiftssuperintendent Prof. Wilhelm Bithorn ermahnte die Losziehenden und die Daheimgebliebenen am 5.8.1914 noch mit folgenden Worten: „Der Krieg fordert viel, furchtbar viel. Aber über unzählige, vom bitterem Weh zuckende Lippen kommt das Bekenntnis: Man darf jetzt nicht an sich und sein Leid denken, sondern nur an die große allgemeine Not; für das Vaterland ist kein Opfer zu groß.

Die Jugend, die verweichlicht gescholten ward, drängt sich zu den Waffen. Mancher alternde Mann, der bequem nur auf sein ruhiges Behagen bedacht war, tritt in Reih und Glied, um mit jugendlicher Begeisterung den Feinden entgegenzuziehen. Frauen rüsten sich allerwärts, um durch hingebende, hilfreiche Liebe das unermessliche Weh des Krieges zu lindern. So regen sich gute Geister in Deutschland.“ (Wilhelm Bithorn, „Furchtlos und beharrlich vorwärts“, Ansprachen aus der Kriegszeit 1914, Verlag Fr. Stollberg 1914)

Vier Jahre später im Jahre 1918 wusste man, dass es kein guter Geist war, der über all den Kriegsjahren lag. Etwa 17 Millionen Menschen hatten ihr Leben verloren, davon fast 2000 auch in Merseburg.

Geht uns das heute noch etwas an? Im Unterschied zu vielen Umlandgemeinden gibt es in der Stadt Merseburg keinen Gedenkort an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, wie der Erste Weltkrieg heute genannt wird. Es sind aber Namen erhalten, nicht in Stein gemeißelt sondern auf einer Papierrolle, die einst im „Heldendenkmal“ vor dem Stadtfriedhof eingelassen war. Dieses Denkmal wurde beim Luftangriff am 6. Dezember 1944 schwer beschädigt und später ganz abgerissen. Damit geriet das Kapitel Erster Weltkrieg in Merseburg in Vergessenheit.

Nun 100 Jahre später steht die Frage, was machen wir mit diesen Erkenntnissen? Vielleicht ein neues Denkmal aufrichten, um diese Zeit wieder sichtbar zu machen?

Mitglieder des Merseburger Altstadtvereins hatten nun die Idee, die Namen der 900 gefallenen Merseburger von 1914 bis 1918 in einer besonderen Aktion hör- und sichtbar zu machen.

Dazu wird unser Oberbürgermeister Jens Bühligen als Schirmherr der Aktion am 9. September, dem Tag des Offenen Denkmals, die ersten Namen aus der Liste verlesen, die vor nun mehr als 100 Jahren in einem sinnlosen Krieg ihr Leben lassen mussten. Weitere Bürgerinnen und Bürger werden es ihm gleich tun, jeweils im Abstand von 2 Wochen an weiteren Sonntagnachmittagen bis zum Volkstrauertag. (23. September, 7. und 21. Oktober, 4. November). So werden an den Lesesonntagen jeweils ab 14 Uhr 200 Namen zu Gehör gebracht und damit ein lebendiges Denkmal aufgerichtet.

Quelle: Dietmar Eißner, Merseburger Altstadtverein e.V.

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